Der digitale Grundstein

teaserEs gibt einen groben Pfad, dem man folgen kann um mehr digitale Unabhängigkeit zu erlangen. Man braucht aber nicht nur Ausdauer, den Wunsch etwas zu ändern und Neugier auf Neues, sondern auch die notwendige Technik! Willen hin oder her, ohne Technik kann auch der ambitionierteste Weltverbesserer in der digitalen Welt rein gar nichts tun. Das schöne ist, dass man diese nicht selbst „herstellen & erfinden“ muss. Sehr viele Menschen haben sich weltweit zusammengefunden und sorgen für eine ungeahnte technische Vielfalt und das fern ab jeglicher Unternehmensinteressen.

Heute geht es also um Grundlagen und auf was es eigentlich ankommt!

Kurz und knapp:

  1. Kontrolle
  2. Verantwortung
  3. Open Source (FOSS)
  4. Dezentralisierung
  5. Engagement

 

Kontrolle

Du achtest penibel darauf, wen du in deine Wohnung lässt und wen nicht? Klar, die Wohnung ist ja auch deine Privatsphäre! Persönliche Nachrichten, Videos und Bilder schickst du aber quer um den Globus, mit vollständigem Kontrollverlust! Wo liegen deine Daten, Nachrichten, Bilder und Videos eigentlich? Existieren Kopien? Was wird damit gemacht?

Wer dein digitales Leben also sieht und kennt spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, so scheint es zumindest. Die Frage ist doch, warum legst du in der digitalen Welt keinen Wert auf Kontrolle und schaust einfach weg? Warum lagerst du persönliche Daten und Informationen in virtuellen Wolken (Clouds) aus, aber lässt nicht den Typen von der Bushaltestelle in deine Wohnung? Hast du etwa zu verbergen? Ich würde sagen ja, wir alle haben etwas zu verbergen nämlich unsere Privatsphäre!

Du musst dir bewusst werden, dass du mit der bisherigen Nutzung des Internets einen deutlichen Kontroll- und Privtasphärenverlust in Kauf nimmst. Das zumindest solange, bist du anfängst Alternativen zu nutzen die darauf Rücksicht nehmen!

 

Verantwortung

All zu oft geben wir eben diese gerne mal ab. Es ist so angenehm, einfach und unkompliziert, also ohne dies Last der Verantwortung. Gängig ist dabei:

  • Die Anderen werden es schon wissen und richten.
  • Nicht Nachdenken oder etwas verändern.
  • Es bringt doch eh nichts.
  • Wieder was neues? Das ist anstrengend!
  • Ich habe keine Zeit und auch besseres zu tun!

Wunderbar, die Basis für „täglich grüßt das Murmeltier“ hast du schon mal geschaffen. Du bist nun an einem Punkt, an dem man so ziemlich alles mit dir machen kann. Ohne das du dich auch nur einen Millimeter rühren wirst. Wunder dich dann aber bitte nicht wenn es in 5 Jahren wesentlich schlimmer um uns alle stehen wird. Weil Eins ist ziemlich sicher, es wird niemand kommen der das massenhafte Sammeln deiner Daten verhindern wird! Es liegt einzig und allein in deinen Händen, zu zeigen, dass du das so nicht möchtest.

Fazit: Fang also endlich an Verantwortung zu übernehmen, fange an zu hinterfragen und rede dich nicht klein! Zeige doch endlich durch dein Handeln, dass du mit etwas nicht einverstanden bist und lass es jeden wissen. Nur so kann Veränderung funktionieren!

„Allein sind wir nur Tropfen. Gemeinsam sind wir das Meer!“

 

Open Source (FOSS)

Technisch gesehen ist der wichtigste Aspekt, für mehr digitale Unabhängigkeit, „Open Source“! Open Source steht für quelloffen und bedeutet in erster Linie, dass der Code eines Programms von jedem eingesehen werden kann. Im Idealfall lässt die Lizenz auch die Veränderung und Verbesserung zu.

Konzept-karte_der_Freien_SoftwareBy Trebol6 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Warum ist das wichtig?

Ein Programm welches seinen Code nicht offen legt ist ein proprietäres Programm und hat mehrere Probleme.

  1. Nur der Hersteller selbst, weiß was sein Programm wirklich macht.
  2. Nur der Hersteller selbst, kann effizient nach Sicherheitslücken suchen und diese schließen.
  3. Es ist sehr schwer zu prüfen ob solch ein Programm, Hintertüren (Backdoors) eingebaut hat (für wen auch immer).
  4. Niemand kann wirklich sicherstellen, ob eine Verschlüsselung bei diesen Programmen funktioniert und somit Schutz bietet.
  5. Meist geht es um finanzielle Interessen bei der Entwicklung proprietärer Software. Wenn es nicht um Geld geht, geht es um deine Daten. Diese sind bekanntermaßen die Währung des 21. Jahrhunderts.

Bei einem Programm nach Open Source Prinzip sieht es anders aus.

  1. Der Programmcode kann von jedem zur Prüfung eingesehen werden.
  2. jeder kann effektiv nach Sicherheitslücken suchen und sogar dafür sorgen das diese geschlossen werden (sofern natürlich das Wissen vorhanden ist).
  3. Auch wenn es nicht ausgeschlossen ist, dass selbst in Open Source Projekten Backdoors eingebaut werden (beabsichtigt oder nicht), früher oder später werden sie auffallen.
  4. Thema Verschlüsselung: Auch hier gilt, viele Augen sehen und überprüfen mehr. Zudem gibt es mit dem OTR- & PGP-Verfahren eine gut etablierte und quelloffene Verschlüsselungstechnik.
  5. Der finanzielle Aspekt steht im Hintergrund oder ist meist gar nicht existent. Das Sammeln deiner persönlichen Daten findet ebenfalls nicht statt, da es dafür keine Gründe gibt.

Open Source Programme sind also der Motor der digitalen Unabhängigkeit! Man sollte diese Projekte stets mit eigenen Kräften und/oder finanziellen Mitteln unterstützen. Dennoch zählt auch hier, wie immer im Leben, gebe niemals deine Kontrolle und Verantwortung ab! Schau hinter die Kulissen. Wer arbeitet an einem Open Source Projekt? Wie bekannt / groß ist die Community? Und lerne mit der Zeit selbst grob einzuschätzen, wie vertrauenswürdig eine Software ist. Eine 100%-ige Sicherheit gibt es nie. Stell dir aber einfach folgende Frage:„Wer ist vertrauenerweckender? Ein engagierter Entwickler, der für eine Idee ohne Lohn arbeitet und seine Freizeit opfert? Oder ein geld- und/oder datengetriebenes Unternehmen?“

 

Dezentralisierung

Ist es nicht wunderbar alles an einem digitalen Ort zu haben? Alles aus einer Hand mit einem Account zu nutzen? Ohne Frage, ja, es ist sehr bequem. Aber zu welchem Preis? Dir muss bewusst sein, dass im Leben nur wenige Dinge kostenfrei sind. Gerade wenn sie von Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Die Währung, in der du bezahlst, ist am Ende deine Privatsphäre samt anfallender Daten. Je fester du eingebunden bist, desto besser für das Unternehmen und die Geheimdienste. Umso einfacher wird es dich zu kontrollieren, zu analysieren und mit dem vermeidlich Wichtigen zu versorgen. Ein Thema ist hier das Versorgen mit vorgefilterten Informationen, die nur für dich zugeschnitten sind. Man kennt dich doch schließlich vom Fuß bis in die Haarspitze! Wenn du also die zentralisierten Dienste eines Großunternehmen nutzt und diesem all deine Daten anvertraust, bist du nichts anderes als ein digitaler Gefangener.

Sollte dir das nicht gefallen musst du dich konsequent um Alternativen bemühen und dich von Großunternehmen abwenden. Technisch funktioniert dies über eine dezentralisierte Kommunikation mit Hilfe von Open Source Projekten.

Dezentralität bedeutet also…

  • Zurückeroberung der Datenkontrolle
  • sicherere bzw. autarkere Kommunikation
  • digitale Freiheit / Unabhängigkeit.

 

Engagement

Ich würde behaupten das ist der schwerste Teil von allen. Das DigitaleEcho mag dir zwar Werkzeuge und Möglichkeiten an die Hand geben. Versuchen dich aufzuklären und unterstützend zur Seite stehen,, aber am Ende liegt es bei dir etwas zu ändern! Diese Möglichkeiten zu nutzen und deinen Freundes- und Bekanntenkreis für dieses Thema zu sensibilisieren.

Weil, wer will schon gern mit sich selbst Textnachrichten schreiben? Natürlich wirst du auch allein deinen Weg der Veränderung gehen können und sehr wahrscheinlich sogar neue Weggefährten dabei finden. Stichwort „RedMatrix“.Wenn du es aber schaffst andere in deinem Umfeld zu begeistern, wird es deutlich einfacher. Gemeinsam testen, gemeinsam Neues nutzen, sich gegenseitig unterstützen und die ersten Schritte zusammen gehen. Besser geht’s nicht!

Die Empfehlung ist ganz klar: In kleinen Schritten zur vollständigen Umstellung (digitalen Befreiung) und nicht zu viel auf einmal von sich und seinem Umfeld erwarten.


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