Die Suchmaschinenprofilsuche

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In kleinen Schritten zum Ziel. Datenfreiheit und Unabhängigkeit!“

Einleitung

Mit diesem ersten Artikel möchte ich bemüht sein einen seichten Einstieg in die Thematik zu ermöglichen. Es wäre einfach zu viel des Guten wenn man versuchen würde alle Gewohnheiten und Dienste von jetzt auf sofort umstellen zu wollen. Für meine vermeidliche digitale Unabhängigkeit habe ich nun knapp 2 Jahre benötigt. Erst dann waren alle gewünschten Dienste / Funktionen mit freien Alternativen ausgetauscht. Bevor du nun aber den Kopf in den Sand steckst, ich musste mir alles in mühsamer Handarbeit ohne jegliche Unterstützung selbst zusammenreimen.

Allen Interessierten soll die Plattform DigitalesEcho.de, durch das Teilen von Erfahrungen, einen einfacheren und besseren Start ermöglichen.


Auf der Suche nach deinem Profil

Wie verdient Google eigentlich sein Geld? Neben lukrativen Zukäufen von interessanten Unternehmen wie Boston Dynamics, deren Hauptauftraggeber das Pentagon ist, verkauft Google ganz einfach deine Daten. Also indirekt, die eigentliche Dienstleistung dazu nennt sich AdWords und bietet Firmenkunden gezielte Werbeplätze. Ein Unternehmen möchte eine bestimmte Zielgruppe erreichen, mit Google AdWords kein Problem. Das Kind gibt es natürlich auch mit anderen Namen, von anderen Unternehmen. „Yahoo Search Marketing“ und „Microsoft Advertising“ sind zwei weitere Kandidaten, die dieselbe Strategie verfolgen. Am Ende geht es um eine perfekte Einschätzung deiner Person, so dass der von Unternehmen gebuchte Werbeplatz möglichst exakt dort landet wo er soll, z.B. bei dir.

 

Ist dir noch nicht aufgefallen, dass wenn du nach etwas speziellem gesucht hast dich die Werbung dazu teilweise tagelang auf allen möglichen Seiten verfolgt?“

 

Wie funktioniert das? Im Grunde ganz einfach. Je mehr Daten man über einen potentiellen Kunden zur Verfügung hat, desto besser kann Werbung zugeordnet werden und umso mehr Klicks bekommt die Werbung (im Idealfall). Nur wie kommt man am einfachsten und kostengünstigsten an deine Daten? Das Rezept lautet hier: Biete möglichst viele kostenfreie Dienste an und lasse den Probanden alle Systeme selbst mit seinen Daten füttern. Die, die das nicht möchten, holen wir mit einem super praktischen Analyse Tool ins Boot. Also nicht das du das nutzt, aber geschätzte 50% aller Internetseitenbetreiber tun dies. Warum? Weil sie wissen möchten wer die Internetseiten betritt, welche Seiten wie häufig aufgerufen werden, von wo die Besucher kommen und vieles mehr. Auch hier muss ich leider wieder auf Google zurückgreifen, nicht falsch verstehen, aber dieses Unternehmen hat das ganze System nun mal perfektioniert. Das Zaubertool nennt sich Google Analytics. Stell dir nur vor welches formvollendete Bild Google von dir hat, wenn du alle Dienste nutzt und wie einfach es für sie ist deine Daten zu verknüpfen. Am Ende steht das große Bild, dein Nutzerprofil, also du selbst.

Okay, okay…kein Drama. Es geht um Werbung, die kann ich ignorieren, alles halb so wild.

Moment, moment, aber warum tauchen Google und andere „Suchmachienenbetreiber“ bei den streng vertraulichen NSA-Unterlagen auf, die Edward Snowden 2013 offengelegt hat?

PRISMbriefingS2HApr2013_v1_0.pptxQuelle: Wikipedia – Prism

Damit der Artikel nicht zu langatmig wird und auch noch ein Ende findet, fokussiere ich mich weiter auf den Branchenprimus Google. Das Handeln und die Aussagen aller Beteiligten ähneln sich so stark, dass man mit diesem Beispiel so ziemlich alles abdeckt.

Google teilte mit, es überlasse den Behörden Nutzerdaten in Übereinstimmung mit dem geltenden Recht und prüfe solche Anfragen sorgfältig. „Hin und wieder werfen uns Leute vor, eine ‚Hintertür‘ für die Regierung in unseren Systemen geschaffen zu haben“, erklärte Google. „Google hat aber keine ‚Hintertür‘ für die Regierung, um an private Nutzerdaten zu kommen.

Quelle: Zeit Online

Weiter zum Thema ob Ausgleichszahlungen, für notwendige „Umbauarbeiten“ an den Google Systemen für die US Behörden, stattgefunden haben:

Google reagierte zwar, hat aber laut Guardian auf keine der gestellten Fragen geantwortet. Das Unternehmen könne aus juristischen Gründen keine Detailfragen beantworten. Stattdessen hat das Unternehmen eine allgemeine Erklärung abgegeben, wonach Google nicht an Prism oder anderen Überwachungsprogrammen beteiligt gewesen sei.

Quelle: Golem IT-News

Da ich ein großer Freund von Empathie bin, versuche ich natürlich die Dinge aus der Sicht von Google zu sehen und mich in ihre Situation zu versetzen. Anmk.: Das ist übrigens eine wunderbare Technik den Gegenüber besser zu verstehen!

Okay, ich bin jetzt also Google!
Soll ich bestätigen, dass ich Schnittstellen für Behörden schaffe?
Nein, um Gottes willen, wohl eher nicht, wenn ich etwas in dem Business gar nicht gebrauchen kann ist es wohl Vertrauensverlust. Vertrauensverlust = Datenverlust, man stelle sich vor die Leute versuchen Google zu meiden! Wir haben keine Hintertüren geschaffen, ist eine sehr geschickte Formulierung, da haben unsere PR Mitarbeiter wieder erstklassige Arbeit gemacht. Eine von den Behörden angeordnete „Tür“, die offen stehen muss und von der wir Kenntnis haben, ist ja im eigentlichen Sinne auch keine Hintertür.

Nun gut. Ich würde jedenfalls einen Teufel tun und diese Verstrickung in irgendeiner Form bestätigen. Also sollten wir dies auch nicht in der Presse suchen oder erwarten. Jegliche Zugeständnisse oder Beteuerungen, was man nicht alles für den Nutzer tut, sind unerlässlich für Google & Co. Eben weil man fürs Geschäft deine Daten braucht. Bleiben deine Daten aus, läuft das Geschäft nicht.

Den völligen Glaubwürdigkeitsverlust erlitt Google dann aber in dem Moment, als Yahoo die Hosen (halb) herunter lies:

Das Bundesgesetz verlangt von der US-Regierung, den Firmen die entstandenen Kosten für die verpflichtenden rechtlichen Vorgänge zu erstatten. Im Rahmen dieses Gesetzes haben wir eine Erstattung angefordert.

Ups. Wer jetzt immer noch glaubt, dass Google & Co. aus Versehen auf die Folien gerutscht sind und nein, alle niemals Zahlungen erhalten haben um Schnittstellen zu schaffen, ja dem kann ich leider auch nicht mehr helfen. Alle Indizien die uns vorliegen sprechen leider dafür.

Das einzige was uns fehlt ist das wie. Wie genau Google und Co. mit den Behörden zusammenarbeiten wissen wohl nur die Beteiligten selbst. Wenn man sich das Vorgehen und die Ideen aus den Snowden-Dokumenten jedoch ansieht, sollte man hier vom schlimmsten ausgehen. Es wird wohl alles geteilt.


Und nun?

  1. Du sagst dir, okay juckt mich immer noch nicht. Alles heiße Luft und ich bin cool wie ein Eisberg.
    1. Lese dir vielleicht noch einmal die Seite „Das Problem“ durch.
    2. Nein, das hat nicht geholfen? Immer noch alles cool? Dann solltest du wahrscheinlich besser die Seite digitalesecho.de verlassen, alles gelesene vergessen und einfach weiter machen wie bisher. Ich nehme dir das absolut nicht krumm, wirklich. Jeder kann, soll und darf das tun was er möchte, solange er dabei niemanden verletzt! Das Prinzip der Freiheit und daran halte auch ich fest.
  2. Wow, doch mehr geschockt als gedacht? Ist es doch etwas unangenehm? Kommt der Gedanke auf etwas unternehmen zu wollen? Dann geht es dir wie mir…

Die zentrale Frage ist jetzt, wie kannst du anfangen im Internet so wenig digitale Spuren wie möglich zu hinterlassen? Die Datenbanken nicht mehr freiwillig zu füllen und dich etwas mehr loslösen?

 

1. Nicht mehr die „Global Player“ nutzen von denen du weißt, dass sie mit Geheimdiensten kooperieren!
Ja, zugegebenermaßen, es ist nicht einfach. Aber es ist machbar. Das Digitale Echo wird dir zur Seite stehen und über die verschiedenen Möglichkeiten berichten!

2. Nutze alternative Suchmaschinen, die Wert auf deine Privatsphäre legen und dich nicht verfolgen oder Profile anlegen!
Diese gibt es in der Tat…

3. Nutze NoScript (Firefox addon), um z.B. Analyseskripte die auf Internetseiten im Hintergrund laufen, zu blockieren!
https://noscript.net// oder direkt unter add-ons im Firefox selbst.

noscript_finalMit diesem Addon kannst du von Hand Skripte freigeben oder sperren. Du lässt nur das zu, was du möchtest und was maximal nötig ist, um die Internetseite nutzen zu können. Sei vorsichtig mit den Einstellungen dauerhaft etwas zuzulassen. Das könnte das Ziel verfehlen. Sollte man mal doch z.B. ein Google-Skript benötigen, kann man dies immer auch temporär zulassen. Was ich eher empfehle. Durch die Nutzung von NoScript wird dir erst einmal auffallen wie oft z.B. Google-Dienste im Hintergrund laufen.

Ein „netter“ Nebeneffekt du schützt dich automatisch vor XSS and Clickjacking Attacken!

 

 

 

 

4. Browser Datenschutzeinstellungen anpassen!
Bei den meisten Browsern hat man zusätzliche Einstellmöglichkeiten für den Datenschutz. Im Firefox sehen diese z.B. so aus:

Datenschutz

Das generelle ablehnen von Cookies wäre hier wohl der größte Tracking-Schutz. Auf Dauer ist dies aber nicht praktikabel, da viele Internetseiten diese Funktion zur Nutzung voraussetzen.


Dies sind die ersten kleinen Schritte, die man gehen kann. Diese bedürfen nicht einmal großen Zeitaufwand zur Umsetzung, führen aber zu deutlich weniger Fußabdrücken.

Es gilt: Das Digitale Echo soll eine Mitmachplattform sein, die mit ihren Nutzern wächst. In jeder Hinsicht. Es wurde etwas vergessen? Du hast noch ganz andere Ideen oder mehr Informationen? Kommentare, Anregungen und / oder Kritik sind wichtig. Umso mehr freue ich mich über diese. Dafür stehen dir folgende Kanäle zur Verfügung.

Langfristig würde ich mir einen Austausch über die „Red Matrix“ wünschen, da dies gleich zu einer weiteren Veränderung führen würde und zusätzlich eine wirklich gute und sichere Alternative zu anderen Sozialen Netzwerken darstellt. Dazu aber in einem separaten Artikel mehr.

Dein DigitalesEcho.de

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